Infos über Curacao

Willemstadt
Willemstad

Allgemeine Informationen:

 

 

Curaçao ist mit rund 444 km² die größte Insel der ehemaligen Niederländischen Antillen in der Karibik und ist eine der ABC-Inseln, die geografisch zu Südamerika gehören. Die Insel bildet seit dem 10. Oktober 2010 ein autonomes Land im Königreich der Niederlande.

 

Geographie und Klima 


Die Insel liegt in circa 60 km Entfernung zum Festland (nördlich von Venezuela und nordöstlich von Kolumbien). Westlich von Curaçao befindet sich die Insel Aruba, die bis 1986 ebenfalls zu den Niederländischen Antillen gehörte, östlich die Insel Bonaire. Zusammen mit diesen gehört Curaçao geographisch zu den Inseln unter dem Winde. Südöstlich liegt Klein Curaçao, eine besonders bei Tauchern beliebte unbewohnte Insel, auf der nur ein Leuchtturm steht.

Die Inseln Aruba, Bonaire und Curaçao werden auf Grund ihrer Anfangsbuchstaben zusammengefasst auch als ABC-Inseln bezeichnet.

Curaçao liegt im direkten Einflussgebiet des Nordost-Passats. Da die Insel zu flach für Steigungsregen ist, bringen die Luftmassen nur relativ wenig Regen auf die Insel und da die Niederschläge auf Curaçao nicht regelmäßig erfolgen, gibt es auf der Insel keine permanenten Flüsse. Es herrscht ein semiarides Tageszeitenklima mit einem durchschnittlichen Jahresniederschlag von 550 mm und einer Jahresdurchschnittstemperatur von fast 28 °C. Die jährlichen Niederschlagsmengen sind mit Werten zwischen 200 und 1200 mm dabei jedoch recht starken Schwankungen unterworfen.

Höchste Erhebung ist der Sint-Christoffelberg.

 

Bevölkerung  


Im Jahr 2008 lebten insgesamt 140.794 Menschen auf Curaçao. Der größte Teil der Bevölkerung konzentriert sich auf die Hauptstadt Willemstad und den urbanen Raum rund um das Schottegat im zentral-östlichen Teil der Insel.

Die Einwohnerschaft Curaçaos besteht aus einer Vielzahl Menschen unterschiedlichster Ethnizität. Die meisten von ihnen sind Nachkommen ehemaliger afrikanischer Sklaven. Rund 6 % der Bevölkerung sind niederländischer Abstammung. Wenige Bewohner der Inseln stammen von Arawak-Indianern ab, den Ureinwohnern bei europäischer Entdeckung der Insel. Daneben gibt es Nachfahren von sephardischen Juden, die im 17. Jahrhundert aus Spanien und Portugal vor der Inquisition geflohen waren, sowie von der Ölindustrie angeworbene Gastarbeiter aus Asien, Südamerika und der Karibik.

Eine Familie hat im Durchschnitt zwei Kinder; Männer werden etwa 73 Jahre, Frauen etwa 77 Jahre alt (zum Vergleich Niederlande insgesamt: Männer etwa 77 / Frauen etwa 82 Jahre[2]). Der Alphabetisierungsgrad ist hoch, etwa 96 % der Bevölkerung über 15 Jahren können lesen und schreiben.

 

Sprachen 


Die Niederländische Sprache ist Amtssprache, aber Papiamentu (eine Kreolsprache mit spanischen, portugiesischen, niederländischen und englischen Elementen) ist auch eine offizielle Sprache und herrscht in der Praxis weitgehend als dominierende gesprochene Sprache vor. Das Papiamentu ist hoch entwickelt, es gibt zum Beispiel zahlreiche Literaturwerke. Englisch- und Spanischkenntnisse sind verbreitet.

Geschichte [Bearbeiten]

Die Insel ist seit ungefähr 4000 v. Chr. von indianischen Ureinwohnern besiedelt. Eine weitere, höher entwickelte indianische Kultur bildete sich nach einer zweiten Besiedelungswelle um ca. 1500 v. Chr. Die Zeichnungen sind heute noch an der Hatohöhle sichtbar.

Die europäische Entdeckung der Insel 1499 durch den Spanier Alonso de Ojeda führte bereits nach wenigen Jahren dazu, dass die indianischen Ureinwohner zur Zwangsarbeit aufs Festland deportiert wurden. 1527 begannen die Spanier schon mit der Wiederbesiedelung. Die nächsten Jahrzehnte blieb die Insel spanisch. 1634 eroberte eine Expedition von Johan van Walbeeck Curaçao für die Niederländische Westindien-Kompanie. Unter Generaldirektor Jacob Pieters Tolck wurde die Insel zum Zentrum für den karibischen Sklavenhandel und blieb dies bis 1863, als die Sklaverei von den Niederlanden abgeschafft wurde. Die Insel blieb niederländisch, bis die Briten die Insel während der napoleonischen Kriege – ähnlich wie Südafrika – besetzten. 1816 kam sie wieder an die Niederlande zurück.

Ab den 1860er Jahren verlor Curaçao an wirtschaftlicher Bedeutung, die sie erst mit den Erdöl-Entdeckungen der 1930er Jahre wieder verbessern konnte. Heute basiert die Wirtschaft auf fünf Säulen: Erdöl, Hafen, Tourismus, Offshore-Banking und eine beschränkte lokale Produktion.

Die militärische Bedeutung der strategischen Lage der Insel, die den größten natürlichen Innenhafen der westlichen Hemisphäre besitzt, wurde im Juni 2006 nochmals unter Beweis gestellt, als ein großes Militärlandemanöver auf der Insel stattfand. An der Joint-Caribe Lion 2006 (J-CL06)-Übung nahmen Soldaten aus Frankreich, Spanien, den Niederlanden, Großbritannien und den Vereinigten Staaten teil.

 

Politik 


Am 10. Oktober 2010 wurde der Landesverband der Niederländischen Antillen aufgelöst. Damit wurde Curaçao ein eigenständiges Bundesland innerhalb des Königreiches der Niederlande, neben den Niederlanden, Aruba und Sint Maarten.

Im Jahr 2005 stimmte die Bevölkerung Curaçaos bei einem Referendum über den zukünftigen Status der Insel ab, wobei sich die Mehrheit für den Status als autonomes Land innerhalb des Königreiches der Niederlande entschied:

  1. Curaçao bleibt Teil der Niederländischen Antillen (3,74 %)
  2. Curaçao wird ein autonomes Land innerhalb des Niederländischen Königreiches (67,83 %)
  3. Curaçao wird Teil der Niederlande (vgl. Status von Bonaire, Saba und Sint Eustatius) (23,61 %)
  4. Unabhängigkeit vom Niederländischen Königreich (4,82 %)

Am 15. Mai 2009[3] fand ein erneutes nicht bindendes Referendum statt, bei dem die Bevölkerung Curaçaos aufgerufen war, über das ausgehandelte Ergebnis abzustimmen.

Eine knappe Mehrheit von nur 52 % stimmte mit „Si“ (Ja), dem zufolge Curaçao ein eigenständiges Land innerhalb des Königreiches der Niederlanden werden soll. Am 10. Oktober 2010 wurde dies Realität und die neuen Länder Curaçao und Sint Maarten wurden geschaffen. [4]

 

Willemstad  

Blick auf Willemstad

Die Hauptstadt von Curaçao ist Willemstad. Die Innenstadt von Willemstad mit den Stadtteilen Punda (Deutsch: der Punkt - vom niederländischen „de punt“) und Otrabanda (Deutsch: die andere Seite), Scharloo und Pietermaai beherbergen viele historische Gebäude der niederländischen Kolonialarchitektur. Diese vier Ortsteile stehen nahezu komplett unter dem Schutz des UNESCO-Welterbes. Die beiden Stadtteile Punda und Otrobanda verbindet für Fußgänger und Radfahrer eine Ponton-Brücke, die „Koningin Emmabrug“ (Königin-Emma-Brücke), die für ein- und ausfahrende Schiffe aus dem Hafen mehrmals am Tag geöffnet wird. Der Autoverkehr muss den Umweg über die 55 m hohe „Koningin Julianabrug“ (Königin-Juliana-Brücke) nehmen, die etwas nördlich der historischen Altstadt die „Sint Annabaai“ (St.-Anna-Bucht) überquert.

Willemstad hat mit Vororten rund 120.000 Einwohner, womit etwa 85 % der Einwohner Curaçaos in Willemstad wohnen. Das politische Zentrum liegt im und um das historischen Regierungsviertel im Fort Amsterdam in Punda. Punda und Otrobanda sind auch die Zentren für nationale Feiertage. So wird am 30. April der Königinnentag groß gefeiert. An diesem Tag trifft sich die Insel, in orange gekleidet, in der Innenstadt, wo ein Königinnenmarkt mit Unterhaltung stattfindet und viele lokale Handwerker ihre Ware anbieten. Am 2. Juli feiert die Insel ihren Flaggentag, mit ähnlichen Aktivitäten, nur dieses Mal in blau gekleidet.

Im Norden der Hauptstadt, am Nordrand des Ortsteils Biesheuvel, liegt das Egilio Hato Stadion, in dem die Niederländischen Antillen ihre Heimspiele bestreiten.

 

  

Strand auf Curacao

Wirtschaft

Die größten Industriezweige der Insel sind der Tourismus und die Erdölraffinerie. Weiterhin hat die Rolle als Offshore-Finanzplatz eine große Bedeutung. Seit 2010 stehen die Niederländischen Antillen in den USA jedoch nicht mehr auf der schwarzen Liste der Steuerparadiese.

Die Arbeitslosigkeit auf der Insel liegt bei 10,3 % (Oktober 2008). Seit Oktober 2005, wo die Arbeitslosigkeit mit 18,2 % ihren Höchststand erreichte, hat sich die wirtschaftliche Lage der Insel deutlich erholt. Dies führt auch dazu, dass immer mehr Antillianen aus den Niederlanden zurückkehren.

 

Tourismus 


Im Jahr 2007 besuchten insgesamt 299.784 Touristen die Insel Curaçao. Davon kam mit 33,6 % der größte Teil aus den Niederlanden, 20,4 % kamen aus dem benachbarten Venezuela und 15,5 % aus den USA. Die Zahl der deutschen Touristen auf Curaçao ist zwar mit 5.516 oder 1,3 % (2008) noch sehr niedrig, wächst aber in den letzten Jahren mit vielversprechenden Zuwachsraten von bis zu 18,5 % (2008). Martinair erwägt ab 2010 einen Direktflug ab Frankfurt (Main) nach Curaçao anzubieten. Auch der skandinavische (insbesondere der schwedische) Markt wird für Curaçao immer wichtiger.

Vor mehr als 20 Jahren wurde die Unterwasserwelt rund um die Insel unter Naturschutz gestellt. Dies hat Curaçao und seine Nachbarinseln zu einem weltbekannten Tauchgebiet gemacht. Für Taucher gibt es neben Weich- und Steinkorallen auch zahlreiche Schwämme, Anemonen, Gorgonien, Seepferde, Skorpionfische, Rochen, Barrakudas, Haie, Meeresschildkröten und Sepien zu beobachten. Auch liegen vor den Küsten der Insel einige Schiffwracks die für Taucher einfach zugänglich sind.[5]

 

Währung


Offizielle Währung ist der Niederländische-Antillen-Gulden, bezahlt werden kann aufgrund des festen Wechselkurses in der Regel auch mit dem US-Dollar. Mit der 2010 durchgeführten Auflösung der Niederländischen Antillen ist das Ende der Währung beschlossen. Für die BES-Inseln Bonaire, Saba und Sint Eustatius wurde die Landeswährung am 1. Januar 2011 durch den US-Dollar abgelöst.[6] Ende August 2009 wurde auf einer mit Fachleuten besetzten Konferenz in Willemstad auch für Curaçao und Sint Maarten die Dollarisierung diskutiert. Diese Lösung hätte zwangsläufig die Abschaffung des Antillen-Gulden zur Folge. Inzwischen ist die Umwandlung in einen Karibischen Gulden ab 2012 beschlossen.[7] An Stelle der Banknoten zu 25 und 250 Gulden wird es dann Banknoten zu 20 und 200 Gulden geben.[8] In der Tourismusbranche wird oftmals auch der Euro akzeptiert.

 

Verkehr  


Vom Flughafen Hato aus bestehen tägliche Direktverbindungen nach Amsterdam, Miami, Sint Maarten, verschiedenen Karibikinseln, verschiedene Orte in Venezuela und Bogotá in Kolumbien.

Die KLM fliegt täglich mit einer Boeing 747 (Stand Februar 2010) von Amsterdam nach Curaçao. Auch die zur KLM gehörende Martinair sowie ArkeFly bieten mehrmals wöchentlich Flüge von Amsterdam aus nach Curaçao an.

Am 30. Juni 2011 gab Air Berlin bekannt, ab November 2011 einmal wöchentlich nonstop von Düsseldorf nach Curacao mit einer Maschine vom Typ Airbus A330-200 zu fliegen. Die Flugzeuge starten jeweils Dienstag und erreichen Düsseldorf jeweils am Mittwoch. Damit gilt diese Verbindung als einzige Verbindung nach Curacao von Deutschland aus ohne Zwischenlandung.[9]

 

Kulinarische Spezialitäten  


Aus den Schalen von Bitterorangen (Pomeranzen), die auf der Insel wachsen, wird der nach der Insel benannte Likör Curaçao hergestellt. Die Schalen werden mazeriert und dabei in Alkohol eingelegt, der Aroma und Farbstoffe herauslöst. Den Likör gibt es entweder in klarer Form oder in den Farben rot, orange, grün und blau. Weiters kann man in der Likörfabrik neben dem puren Likör auch Mischungen mit Kaffee, Schokolade und Rum erwerben. Der auf der Insel hergestellte Likör ist mit dem, den man in Europa bekommt, nicht zu vergleichen.

 

 

 

Landkarte Karibik

Landkarte Curacao und Karibik
Landkarte Curacao und Karibik